Fachgruppe Psychosoziale Diagnostik
Zielstellung und Inhalte
Diagnostik in der Klinischen Sozialarbeit ist Diagnostik im »psycho-sozialen Feld« und bewegt sich stets im Spannungsfeld zwischen Theorie-Orientierung und Fall-Orientierung. Zur kompetenten Einsicht in Fallzusammenhänge ist daher durch Forschung gewonnenes theoretisches Wissen unerlässlich, ein Übermaß an Schematisierung individueller, biografisch bedingter Problemlagen jedoch problematisch, ein Dialog entlang der Selbstkontextualisierung, dem Selbst-»Verständnis« der KlientInnen daher unerlässlich.
Klinische SozialarbeiterInnen handeln stets vermittelt durch die eigene Person: Beziehungsorientierung und Beziehungsarbeit stellen auch bei schwer erreichbarer, sozial ausgegrenzter Klientel die Basis für die Möglichkeit einer dialogisch-diagnostischen Begegnung dar. Eine qualifizierte Zusammenarbeit ebenso wie eine erforderliche Abgrenzung zu Medizin und Psychologie in diesem Forschungs- und Handlungsfeld benötigt eine kompetente Verknüpfung von Wissenschaft und Handlungspraxis als Kennzeichen einer originären sozialarbeiterischen Berufsidentität.
Inzwischen gibt es eine Reihe diagnostischer Vorgehensweisen und Verfahren in der Klinischen Sozialarbeit, die vermögen, sowohl kategoriale Aspekte als auch biografische, komplexe diagnostische Sachverhalte einzufangen und in eine Strukturierung zu überführen, die die Dimensionen »Individuum – soziale Umwelt« sowie »Defizite – Ressourcen« umfassend und prägnant ausweist. Die Erkenntnisse aus diesem diagnostischen Prozess sind Grundlage und Ausgangspunkt für eine dialogische und passgerechte Interventionsplanung.
Literatur
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